Mosul, Irak, erschienen im Magazin Public Forum, Februar 2019

In den Gärten im Osten von Mosul hängen reife Orangen an den Bäumen.  Wer keine Orangenbäume hat, kann die Früchte bei den fliegenden Händlern kaufen, die ihre Waren am Rande der großen Straßen anbieten. Ein Kilo für einen halben Euro. Kisten über Kisten stehen dort. Im Grau der Stadt leuchten die Orangen wie ein Zeichen der Hoffnung.

In den Ruinen im Westen von Mosul, dort, wo erst der Terror, dann der Krieg zerstörte, was Heimat Kultur und Geschichte war, wo Bibliotheken verbrannten, Moscheen zusammenstürzten, das Leben von Zehntausenden endete, spielen Kinder zwischen den Trümmern und suchen nach Dingen, die der kindlichen Sammelleidenschaft zunutze sind. Wertvolles liegt kaum noch unter diesen Trümmern, nur Plunder, Briefe, Fotos, zerbrochenes.  Die Gesichter der Kinder sind so grau wie der Schutt der Ruinen. Glückliche Kinder muss man woanders suchen.

Dazwischen, zwischen den leuchtenden Orangen und den graugesichtigen Kindern liegt der Tigris, jener Fluss, der zusammen mit dem Euphrat das Zweistromland Mesopotamien, die Wiege der Zivilisation begrenzte.

 

Der Fluss hat schon viele Leichen davon getragen, nicht nur die Ermordeten des IS oder die Unglücksseeligen, die bei dem Versuch ertranken, schwimmend dem Terror des Kalifats von Abu Bakr al-Baghdadi zu entkommen.  Auch die Sumerer, Assyrer, Babyloniern, Römer, Griechen und schließlich Osmanen lieferten sich an seinen Ufern Schlachten, Dutzende Male mischte sich das Wasser mit Blut. 


Skopje, Mazedonien, erschienen in der Berliner Zeitung, 24. Januar 2019


Irak, erschienen im Freitag, 18.01.2019


Utah, Navajo-Nation, Brigitte Heft 1,2019


Irak, Jesiden, erschienen in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, 7. Januar 2018 


Mosul, Irak, erschienen im Magazin der Frankfurter Rundschau, 24.12.2018


Irak, erschienen in der FAS 24.12.2018 und in der Wiener Zeitung am 6. Januar 2019


Zypern/Libanon, erschienen in Brigitte Heft 1/2019


Harare, Simbabwe, erschienen im Freitag, 6. Dezember 2018


Somaliland, Berliner Zeitung, November 2018


Somaliland, erschienen im Amnesty Journal, in der Berliner Zeitung und im Mindener Tageblatt

November 2018

 


Tirana, Albanien, erschienen im Freitag, 02.11.2018

Der Orden der Bektaschi, ein mystischer Sufi-Orden, war in der Diktatur von Enver Hoxha verboten, die Mitglieder wurden ermordet, verfolgt, in Arbeitslager gesperrt.  Seit den 90er Jahren bauen die Bektaschi ihre Gemeinschaft wieder auf, verbreiten die Lehre von Menschlichkeit und Menschenliebe, von Zurücknahme des Egos und  einer Religion,  in der Fanatismus und Gewalt keinen Platz haben. Inmitten all der Geschichten von Radikalisierung auf dem Balkan, von jungen Männern, die dem IS hinterherlaufen, zeigt das Beispiel der Bektaschi, dass es auch eine Gegenbewegung gibt. 


Tirana, Albanien, mein Artikel aus der SZ übersetzt in der französischen Zeitung Courier International


Tirana, Albanien Süddeutsche Zeitung. 6. Oktober 2018

Ein Jahr nach meinem ersten Artikel über den albanischen Koch Bledar Kola, der die autochtone Küche seines Landes zum Leben erwecken will, bin ich wieder nach Albanien gereist, um zu sehen, was aus den Plänen wurde. Kola hat inzwischen eine ganze Bewegung begründet, kochen, um zu leben, heißt diese übersetzt. Dabei geht es nicht allein um Essen, sondern auch um Politik. 30 Jahre Kommunismus haben in Albanien viel zerstört, nicht nur Lebensperspektiven, nicht nur die Produktivität der Landwirtschaft, sondern auch Kultur.  Die Rückbesinnung ist der Versuch, sich die eigene Geschichte wieder anzueigenen und in den eigenen Wurzeln auch neue Identität zu finden. 


Faröer Inseln, erschienen in Brigitte Heft 19, 2018

Agnes Mortensen züchtet und erforscht Algen: für die Zukunft der Menschheit, die ihrer Inseln und auch die eigene. 



Uganda, Zeitzeichen, September 2018


Navajo Nation, Utah, erschienen im Freitag, 07.09.2018

 

Seit Ewigkeiten galoppieren die wilden Mustangs durch den Wilden Westen und ohne den Staub unter ihren Hufen wäre jeder Film, der in dieser Gegend gedreht wurde, nur halb so spannend. Doch der Klimawandel trifft den Wilden Westen hart, vor allem das Gebiet der Navajo. Dort schrumpfen die Flüsse, legen Dünen sich wie ein Teppich über fruchtbares Ackerland und seit vielen Jahren ist kein Regen mehr gefallen.  Darunter leiden Menschen und Tiere, vor allem die halbwilden Pferde, die kein Wasser mehr finden und in Schlammlöchern, aus denen sie den letzten Tropfen saugen, stecken bleiben und elendig sterben. Die Navajo müssen eine Entscheidung treffen: mit ansehen, wie die Tiere an Durst sterben oder von den 75.000 Pferden mindestens die Hälfte töten lassen, damit die andere Hälfte überlebt.  


Meghalaya, Indien, erschienen im Freitag, 27.08.2018

 

Im indischen Bundesstaat Meghalaya ist die Gesellschaft matri-linear organisiert. Den Frauen gehören Land, Besitz und Kinder, die Männer sind frei, aber mittellos. Eine Männerbewegung fordert seit vielen Jahren ein Ende dieser Gesellschaftsform und fordert die Emanzipation. Bislang ohne Erfolg.  


New York, USA, Publik-Forum, August 2018

Die chassidische Rocksängerin Perl Wolfe lebt ihren Glauben, hält sich an die Regeln und will kein anderes Leben. Rockmusik und orthodoxes Judentum sind für sie kein Gegensatz. 


Deventer, Niederlande, erschienen in Der Freitag 10.08.2018


Faroes Islands, erschienen im Ceta Journal, 9.August 2018


Lagos, Nigeria, erschienen im Freitag 02.08.2018


Rawabi, Palästina, FAZ 09.07.2018

Rawabi ist die Musterstadt Palästinas, ein ehrgeiziges Bauprojekt als Selbstbehauptung und politisches Statement. Doch die Stadt in der Wüste hat kaum Bewohner und die Shoppingmall unter der Woche keine Besucher.  Der Artikel mit Fotos von Klaus Petrus  erschien in der Sonntagausgabe der FAZ


Faröer Inseln, Dänemark, erschienen im  Freitag, 07.07.2018

Das Walschlachten ist auf den Faröer Inseln Tradition. Eine Notwendigkeit dafür besteht schon lange nicht mehr. Zudem sind die Wale ungenießbar durch Schwermetalle. Das Abschlachten ist dennoch ein Volksfest für alt und jung. 


Ramallah, Palästina, erschienen im Freitag,  01.07.2018

Die Designerin Noorah Khalifeh näht neue Kleider nach alten Mustern.  Ihr Anliegen: Durch Bewahren der Traditionen das palästinensische Volk als Nation mit Kultur und Geschichte zu zeigen.  Fotos von Klaus Petrus.


Theth, Albanien, erschienen im Schweizer Magazin Zeitpunkt, 29.06.2018

Einst war Theth ein gottverlassenes Dorf irgendwo in den albanischen Alpen. Wer konnte, der floh, und wer blieb, der litt Not. Doch dann halb die deutsche GIZ und verwandelte den Ort in ein Touristenzentrum.  Nun muss Theth entscheiden, ob es sich dem Massentourismus fügt oder lieber bescheiden bleiben will. 


Bidi Bidi Camp, Norduganda, erschienen in Publik Forum, 28.06.2018

Die ugandische Regierung hat über eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen und an diese Land verteilt. Damit hat sie ein Beispiel für eine ambitionierte Intergrationspolitik gesetzt. Doch das Land für die Flüchtlinge ist karg und trocken und die zugesagen Hilfsgelder der internationalen Gemeinschaft bleiben aus. 

Kirchenbau im Flüchtlingslager, erschienen im Mai bei evangelisch.de, reformiert und dem Kirchenboten.Foto: Klaus Petrus


Albanien, erschienen in Amnesty - Journal der Menschenrechte, Schweiz, März2018


Norduganda, erschienen im Amnesty Journal, März 2018


Tirana, Albanien, Spiegel Online, März 2018