Publik Forum Extra Leben, Oktober 2019

Deiche oder Weichen,  daran scheiden sich die Geister der Küstenschützer. Warum, steht in diesem Artikel  


Publik Forum, Extra Leben, Oktober 2019

Reportage aus Bosnien über jene, die in Velika Kladusa darauf warten, es über die Grenze nach Kroatien zu schaffen. 

Fotos: Klaus Petrus


Der Freitag, September 2019, Reportage aus Ramallah, Westbank


mare, Heft No 135, August 2019


Die Nordsee ist weit mehr als nur ein Meer. Seit vielen, vielen Jahrhunderten ist sie auch Kulturraum, globale Gemeinschaft, Handelsweg und Ort vieler Seeschlachten. Und für die Menschen, die an ihren Küsten leben, eine Bedrohung, der sie ebenfalls seit Jahrhunderten totzen. Wer nich will dieken, der mutt wieken, wer nicht will deichen, der muss weichen, ist das Credo der Friesen. Mit Mühen und Kraft trotzten sie dem Meer Land ab, sperrten es aus, bekämpften es wie einen Feind. Was es bedeutet, wenn man den Deich vernachlässigt, das hat der Dichter Theodor Storm in seinem Schimmelreiter dramatisch beschrieben. Doch ist Deichbau, so wie er stets betrieben wurde - höher, breiter, fester - noch der richtige Weg, um dem Meeresspiegelanstieg zu begegnen? Oder sollte man, wie einige Wissenschaftler fordern, die Deiche öffnen, das Wasser ins Land lassen, um dieses mit Sedimenten zu erhöhen? Ich war unterwegs auf den Halligen und bei den Menschen hinter den Deichen, um zu erfahren, wie sie darüber denken.  Veröffentlichungen demnächst. 


Mit Alex Trebus war ich unterwegs im kanadischen Nova Scotia, um zu erfahren, wie es um die Gegenwart der Akadier bestellt ist, jener ersten weißen Siedler, die 1605 an der Bay of Fundy landeten. Aus Abenteuerlust oder weil sie sich in ihrer Heimat Frankreich von der Kirche verfolgt fühlten. Sie lebten Seite an Seite mit den Mi'Kmaq-Ureinwohnern, waren hart arbeitende Fischer und Bauern, vor allem aber gute Handwerker. Das "grüne und glückliche Akadien", es war bald mehr als nur neue geographische Heimat, es war auch ein ganz eigener Kulturraum, in dem sich Musik, Kunst und Handwerk entwickelten. Bis die Engländer kamen und die Akadier deportierten. Nach langen Irrfahrten auf See siedelten die meisten sich in Maine und Louisiana an. Nach dem Frieden von Paris im Jahr 1713 durften sie zurückkehren, doch blieben eine unterdrückte Minderheit, die gezwungen wurde, sich zu assimilieren. So sehr, dass die akadische Kultur und Tradition fast verloren war. Heute, auch dank eines Programms der kanadischen Regierung zum Schutz von Minderheiten, ist das Akadische  wieder stark und lebendig. Vor allem die Jugend trägt die Musik und Kunst weiter, transformiert sie in die Gegenwart und sieht sich als Bewahrerin des Alten. Wir trafen Boots- und Geigenbauer, Jägerinnen und Fischer, Musiker/Innen und Weberinnen. Und standen vor Dutzenden von Leuchttürmen, an einsamen Buchten, hoch auf einer Klippe über dem berühmten Cabot Trail auf Cape Breton.  Demnächst in Brigitte Woman. 


Über Bledar Kola, den Koch, der vom Tellerwäscher im Exil zum Star von Albanien wurde, die traditionelle albanische Küche wieder zum Leben erweckte und der ganz bestimmt einer der coolsten Typen in Tirana ist, habe ich schon mehrfach geschrieben. Vor allem über sein Restaurant Mullixhu. Nun hat Kola eine Initiative gegen Plastikmüll ins Leben gerufen.  An der Zeit ist es, denn Albanien hat ein Müllproblem.  Extra Leben von Publik Forum publiziert meine Geschichte im Augustheft. 


An keiner Bank der Hauptstadt Harare konnte man Bargeld ziehen. Wer etwas zu bezahlen hatte, tat das mit Coupons. Sorglos, wie ich immer bin, hatte ich kaum Geld dabei, denn wenn es etwas fast überall auf der Welt gibt, dann sind es Bankautomaten. Dass ein Staat so pleite sein kann, war mir noch nie begegnet.  Western Union sei Dank, ging alles gut aus. Doch wirkliche Armut erleben und erleiden jene Frauen, denen ich im Projekt Friendship Bench begegnete. Mein Artikel darüber, wie Frauen in seelischer Not und Depressionen psychologische Hilfe erhalten, erschien in Brigitte Wir. 


Ich war mal wieder in Simbabwe, diesmal nicht, um zu schauen, was der böse Diktator macht (Emmerson Mnangagwa steht zu Robert Mugabe wie die Axt zum Beil), sondern um über eine Frau zu berichten, die Elefanten rettet, aufzieht und dann wieder auswildert.  Erschienen in der Brigitte Woman 6/2019.  


Anlässlich des 25. Erinnerungstags an den Genozid in Ruanda erschien mein Artikel über die Frage, wie man denn von solchen Ereignissen erzählen kann, sollte und darf in der Juni-Ausgabe des Magazins Extra Leben von Publik Forum.  


Auf nach Montenegro. Fabian Weiss und ich werden für Recherchen über chinesisches Investment in dem Land der Schwarzen Berge vom Schweizer Medienfonds real 21 unterstützt. 


In der Westbank, nicht weit von Ramallah, hat der ehemalige palästinensische Springreiter Khaled Afranji eine Reitschule eröffnet. Eigentlich will er nur Kindern aus armen Familien das Reiten beibringen, doch auch damit gerät er zwischen die politischen Fronten. Das Magazin Extra Leben von Publik Forum hat meine Reportage veröffentlicht. April 2019


Escort-Männer, erschienen in FR7, Magazin der Frankfurter Rundschau, 16.03.2019


Kigali, Ruanda, erscheinen im Dummy Magazin No 62, März 2019 (Text zu lesen unter Leseproben)


Mosul, Irak, erschienen im Magazin Publik Forum, Februar 2019

In den Gärten im Osten von Mosul hängen reife Orangen an den Bäumen.  Wer keine Orangenbäume hat, kann die Früchte bei den fliegenden Händlern kaufen, die ihre Waren am Rande der großen Straßen anbieten. Ein Kilo für einen halben Euro. Kisten über Kisten stehen dort. Im Grau der Stadt leuchten die Orangen wie ein Zeichen der Hoffnung.

In den Ruinen im Westen von Mosul, dort, wo erst der Terror, dann der Krieg zerstörte, was Heimat Kultur und Geschichte war, wo Bibliotheken verbrannten, Moscheen zusammenstürzten, das Leben von Zehntausenden endete, spielen Kinder zwischen den Trümmern und suchen nach Dingen, die der kindlichen Sammelleidenschaft zunutze sind. Wertvolles liegt kaum noch unter diesen Trümmern, nur Plunder, Briefe, Fotos, zerbrochenes.  Die Gesichter der Kinder sind so grau wie der Schutt der Ruinen. Glückliche Kinder muss man woanders suchen.

Dazwischen, zwischen den leuchtenden Orangen und den graugesichtigen Kindern liegt der Tigris, jener Fluss, der zusammen mit dem Euphrat das Zweistromland Mesopotamien, die Wiege der Zivilisation begrenzte.

 

Der Fluss hat schon viele Leichen davon getragen, nicht nur die Ermordeten des IS oder die Unglücksseeligen, die bei dem Versuch ertranken, schwimmend dem Terror des Kalifats von Abu Bakr al-Baghdadi zu entkommen.  Auch die Sumerer, Assyrer, Babyloniern, Römer, Griechen und schließlich Osmanen lieferten sich an seinen Ufern Schlachten, Dutzende Male mischte sich das Wasser mit Blut. 


Skopje, Mazedonien, erschienen in der Berliner Zeitung, 24. Januar 2019


Irak, erschienen im Freitag, 18.01.2019


Utah, Navajo-Nation, Brigitte Heft 1,2019


Irak, Jesiden, erschienen in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, 7. Januar 2018 


Mosul, Irak, erschienen im Magazin der Frankfurter Rundschau, 24.12.2018


Irak, erschienen in der FAS 24.12.2018 und in der Wiener Zeitung am 6. Januar 2019


Zypern/Libanon, erschienen in Brigitte Heft 1/2019


Harare, Simbabwe, erschienen im Freitag, 6. Dezember 2018


Somaliland, Berliner Zeitung, November 2018


Somaliland, erschienen im Amnesty Journal, in der Berliner Zeitung und im Mindener Tageblatt

November 2018

 


Der Orden der Bektaschi, ein mystischer Sufi-Orden, war in der Diktatur von Enver Hoxha verboten, die Mitglieder wurden ermordet, verfolgt, in Arbeitslager gesperrt.  Seit den 90er Jahren bauen die Bektaschi ihre Gemeinschaft wieder auf, verbreiten die Lehre von Menschlichkeit und Menschenliebe, von Zurücknahme des Egos und  einer Religion,  in der Fanatismus und Gewalt keinen Platz haben. Inmitten all der Geschichten von Radikalisierung auf dem Balkan, von jungen Männern, die dem IS hinterherlaufen, zeigt das Beispiel der Bektaschi, dass es auch eine Gegenbewegung gibt. 

Tirana, Albanien, erschienen im Freitag, 02.11.2018


Tirana, Albanien, mein Artikel aus der SZ übersetzt in der französischen Zeitung Courier International


Ein Jahr nach meinem ersten Artikel über den albanischen Koch Bledar Kola, der die autochtone Küche seines Landes zum Leben erwecken will, bin ich wieder nach Albanien gereist, um zu sehen, was aus den Plänen wurde. Kola hat inzwischen eine ganze Bewegung begründet: kochen, um zu leben, heißt diese übersetzt. Dabei geht es nicht allein um Essen, sondern auch um Politik. 30 Jahre Kommunismus haben in Albanien viel zerstört, nicht nur Lebensperspektiven, nicht nur die Produktivität der Landwirtschaft, sondern auch Kultur.  Die Rückbesinnung ist der Versuch, sich die eigene Geschichte wieder anzueigenen und in den eigenen Wurzeln auch neue Identität zu finden. 

Süddeutsche Zeitung. 6. Oktober 2018


Faröer Inseln, erschienen in Brigitte Heft 19, 2018

Agnes Mortensen züchtet und erforscht Algen: für die Zukunft der Menschheit, die ihrer Inseln und auch die eigene. 


Uganda, Zeitzeichen, September 2018


Navajo Nation, Utah, erschienen im Freitag, 07.09.2018

 

Seit Ewigkeiten galoppieren die wilden Mustangs durch den Wilden Westen und ohne den Staub unter ihren Hufen wäre jeder Film, der in dieser Gegend gedreht wurde, nur halb so spannend. Doch der Klimawandel trifft den Wilden Westen hart, vor allem das Gebiet der Navajo. Dort schrumpfen die Flüsse, legen Dünen sich wie ein Teppich über fruchtbares Ackerland und seit vielen Jahren ist kein Regen mehr gefallen.  Darunter leiden Menschen und Tiere, vor allem die halbwilden Pferde, die kein Wasser mehr finden und in Schlammlöchern, aus denen sie den letzten Tropfen saugen, stecken bleiben und elendig sterben. Die Navajo müssen eine Entscheidung treffen: mit ansehen, wie die Tiere an Durst sterben oder von den 75.000 Pferden mindestens die Hälfte töten lassen, damit die andere Hälfte überlebt.  


Meghalaya, Indien, erschienen im Freitag, 27.08.2018

 

Im indischen Bundesstaat Meghalaya ist die Gesellschaft matri-linear organisiert. Den Frauen gehören Land, Besitz und Kinder, die Männer sind frei, aber mittellos. Eine Männerbewegung fordert seit vielen Jahren ein Ende dieser Gesellschaftsform und fordert die Emanzipation. Bislang ohne Erfolg.  


New York, USA, Publik-Forum, August 2018

Die chassidische Rocksängerin Perl Wolfe lebt ihren Glauben, hält sich an die Regeln und will kein anderes Leben. Rockmusik und orthodoxes Judentum sind für sie kein Gegensatz. 


Deventer, Niederlande, erschienen in Der Freitag 10.08.2018


Faroes Islands, erschienen im Ceta Journal, 9.August 2018


Lagos, Nigeria, erschienen im Freitag 02.08.2018


Rawabi ist die Musterstadt Palästinas, ein ehrgeiziges Bauprojekt als Selbstbehauptung und politisches Statement. Doch die Stadt in der Wüste hat kaum Bewohner und die Shoppingmall unter der Woche keine Besucher.  Der Artikel mit Fotos von Klaus Petrus  erschien in der Sonntagausgabe der FAZ am 09.07.2018.


Das Walschlachten ist auf den Faröer Inseln Tradition. Eine Notwendigkeit dafür besteht schon lange nicht mehr. Zudem sind die Wale ungenießbar durch Schwermetalle. Das Abschlachten ist dennoch ein Volksfest für alt und jung. 

Erschienen im  Freitag, 07.07.2018


Ramallah, Palästina, erschienen im Freitag,  01.07.2018

Die Designerin Noorah Khalifeh näht neue Kleider nach alten Mustern.  Ihr Anliegen: Durch Bewahren der Traditionen das palästinensische Volk als Nation mit Kultur und Geschichte zu zeigen.  Fotos von Klaus Petrus.


Theth, Albanien, erschienen im Schweizer Magazin Zeitpunkt, 29.06.2018

Einst war Theth ein gottverlassenes Dorf irgendwo in den albanischen Alpen. Wer konnte, der floh, und wer blieb, der litt Not. Doch dann halb die deutsche GIZ und verwandelte den Ort in ein Touristenzentrum.  Nun muss Theth entscheiden, ob es sich dem Massentourismus fügt oder lieber bescheiden bleiben will. 


Bidi Bidi Camp, Norduganda, erschienen in Publik Forum, 28.06.2018

Die ugandische Regierung hat über eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen und an diese Land verteilt. Damit hat sie ein Beispiel für eine ambitionierte Intergrationspolitik gesetzt. Doch das Land für die Flüchtlinge ist karg und trocken und die zugesagen Hilfsgelder der internationalen Gemeinschaft bleiben aus. 

Kirchenbau im Flüchtlingslager, erschienen im Mai bei evangelisch.de, reformiert und dem Kirchenboten.Foto: Klaus Petrus


Albanien, erschienen in Amnesty - Journal der Menschenrechte, Schweiz, März2018


Norduganda, erschienen im Amnesty Journal, März 2018


Tirana, Albanien, Spiegel Online, März 2018