Navajo-Nation, Utah, USA. Sophia Burns ist eine von 300.000 Navajo, die im quasi autonomen Staat Navajo Nation, dem größten Reservat der USA leben.  Die 85jährige wohnt alleine in den Weiten der Wüste ohne Strom und fließend Wasser. Wie viele alte native Americans hat sie keine Rente und lebt von dem, was ihr ihre Kinder bringen. Die native elders leiden unter Mangel an gesundheitlicher Versorgung, Armut und Einsamkeit. Meine Reportage über das fantastische Hilfsprogramm Programm "adopt-a-native-elder" demnächst hier. 

Foto: Michael Stack


Lidia Yuknavitch Buch Chronology of Water wurde in den USA zum Kultbuch. Ihr Ted-Talk the beauty of being a misfit, zum großen Erfolg. 

Ich bin auf dem Weg zu ihr. Mehr bald auf diesen Seiten. 


Gerade hatte sich der selbsterklärt unabhängige Staat  Somaliland von jahrelangen Dürren erholt, da raste im Mai ein Zyklon über die Küste und durch das Inland und richtete schlimme Verwüstungen an.  Tausende von Tieren starben, Hunderte von Bauern verloren ihre Existenz, weil alles fruchbare Land über viele Kilometer fortgespült wurde. Die Regierung hat kein Geld, den Opfern zu helfen und die Zweifel, ob Unabhängigkeit wirklich alles ist, werden lauter.  Unterstützt hat die Reise die deutsche Welthungerhilfe. Reportagen dazu demnächst auf diesen Seiten. 

 

 

Leseprobe

Viele Stunden durch leeres, unbehaustes Land, karg, dornig, rissige Erde mit tiefen Einschneidungen.  Canyons, die von vergangenen entfesselten Wassermassen zeugen und nun liegen wie offene Wunden. Darüber flatterhafte Wolken, sengende Sonne. Der Blick sucht nach Menschen, Häusern, Leben. Und findet: nichts.

 

Dann die Stadt Baki, 21.000 Bewohner,  Hauptstadt der Provinz Awdal. Freundlich liegt sie in einem sanften Tal zwischen Bergketten, sandiger Staub bricht das Licht. Ziegen, Kamele, Frauen an Brunnen, bescheidene Häuser aus Ziegeln und Lehm, zwei Schulen, eine Krankenstation, die ganze täuschende  Folklore eines afrikanischen Dorfes, Arkadien in Somaliland.

 

Nur die Garküchen entlarven gleich die Täuschung. Diese Garküchen, in denen es Bohnen und Kamelfleisch gibt, Reis und Brot, Tee mit Kamelmilch, jeden Tag dasselbe, jeden verfluchten Tag. Da draußen vor der Stadt: nichts. Darinnen: Kargheit, Hitze, Bohnen, Reis. Und Khat. Grüne Blätter, zerpflückt, zerkaut, eingespeichelt, geschluckt. Machen die Zähne schwarz, die Augen rot, die Sonne weniger sengend, den Hunger geringer,  verschlingen das Einkommen der Familien. Verwandeln Männer, die arbeiten könnten, die arbeiten sollten, in dumpf-stierende Idioten. Aber töten die Hoffnungslosigkeit. Das Wissen um das Nichts.

 

 

Baki, Awdal, Somaliland. Gut war das Leben hier nie. Warum dann noch der Zyklon kam? Weil Allah es wollte, sagen sie dort. Auch die Khat-Kauer. 


Uganda, 2017. 

Mit  dem Bündnis Aktion Deutschland hilft reisten wir in den Norden Ugandas, dorthin, wo die Menschen vor dem Bürgerkrieg im Südsudan geflüchtet waren. Viele von ihnen überlebten durch Akte der Solidarität. Auch Jemima Poni und Joel Roberts, die sich zusammentaten, damit das Leben nicht so schwer ist. 

Eine Reportage von Andrea Jeska (Text & Stimme) und Klaus Petrus (Fotos & Video).

Über eine Million Menschen mussten aus dem Südsudan in den Norden Ugandas flüchten, darunter auch alte Menschen. Sie gehören zu den besonders Verwundbaren. Und doch ist nur selten von ihnen die Rede. Diese Reportage erzählt von Jemima Poni und Joel Roba. Beide sind über 70 und beide haben auf der Flucht fast alles verloren. Im Lager wurden sie ein Paar. Aus der Not heraus. Und aus einem zarten Gefühl.